Recherche avancée

Botschaft von Luxemburg in Österreich, der Slowakei, Slowenien und Ungarn / Ständige Vertretung bei der OSZE und den Internationalen Organisationen > Informationen über Luxemburg > Geschichte >

Geschichte

In seiner heutigen Form ist das Großherzogtum Luxemburg ein Nationalstaat, der in der Folge des Wiener Kongresses von 1815 und der 1830 beginnenden Belgischen Revolution entstanden ist.

Die Anfänge

Der Name Luxemburgs taucht erstmals in einer auf 963 datierten Tauschurkunde auf, die dem Grafen Siegfried die „Lucilinburhuc“ (ahd. für kleine Burg) einbringt und zum Kernpunkt der Stadtentwicklung Luxemburgs wurde. Die Mitglieder des Hauses der Luxemburger betrieben von dort den Ausbau ihres Territoriums. Aufgrund seiner größeren Ausdehnung und der nicht geschlossenen Herrschaftsverhältnisse des mittelalterlichen Feudalsystems darf dieses Gebiet jedoch keineswegs mit dem jetzigen Nationalstaat verglichen werden.

Das Haus der Luxemburger

Im politischen Gebilde des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ wurden die Luxemburger im 14. und 15. Jahrhundert, unter anderem durch den Erwerb Böhmens, zur vorherrschenden Macht, und stellten einige Könige und Kaiser. Der Tod Kaiser Sigismunds 1437 markiert das Ende der Dynastie der Luxemburger, und wenig später eroberte Philipp der Gute, Herzog von Burgund, Luxemburg und integrierte das damalige Herzogtum in sein Herrschaftsgebilde.

Wechselnde Herrschaftsverhältnisse

Während der folgenden Jahrhunderte unterlag das Territorium wechselnden Herrschaftsverhältnissen. Nachdem es 1477 an die Habsburger gefallen war, fiel es nach der Abdankung Karls V. an die spanische Linie der Habsburger. 1684 wurde es von Ludwig XIV. erobert, dessen Ingenieur Vauban die Festungsanlagen der Stadt Luxemburg ausbauen ließ. Die französische Herrschaft währte nur kurz, denn die spanischen Niederlande gelangten 1714 nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges in den Besitz Karls VI. von Österreich. Seine Regierungszeit, sowie die Maria Theresias und Josephs II. brachten einige Neuerungen, wie z.B. die Steuergleichheit oder das Theresianische Kataster. Französische Revolutionstruppen beendeten 1795 die österreichische Herrschaft und annektierten das Herzogtum Luxemburg.

Wiener Kongress und Unabhängigkeit

Die Neuordnung Europas während des Wiener Kongresses 1815 löste Luxemburg wieder aus dem französischen Herrschaftsverband heraus. Das nun geschaffene Großherzogtum Luxemburg wurde dem König der Niederlande, Wilhelm I., in Personalunion zugesprochen, war aber gleichzeitig auch im Deutschen Bund. Die Belgische Revolution von 1830 führte dann 1839 mit dem Londoner Vertrag zu einer Teilung des luxemburgischen Territoriums zwischen Belgien und dem niederländischen König, die dem Großherzogtum seine heutige geographische Form verleiht. Wilhelm II. billigte Luxemburg in der Folge eine eigene Verfassung zu, und 1867 erhielt es in einem erneuten Londoner Vertrag den Status eines auf ewig neutralen und unbewaffneten Staates.

Ende der Personalunion mit den Niederlanden und Zeit der Weltkriege

Nach dem Tod des niederländischen Königs, Wilhelm III., fiel das Großherzogtum Luxemburg 1890, aufgrund eines fehlenden männlichen Erben im Haus Oranien-Nassau, Adolf von Nassau-Weilburg zu. Die Personalunion zwischen den Niederlanden und Luxemburg war damit beendet und Luxemburg hatte eine eigene Dynastie. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs marschierte die deutsche Armee unter Missachtung der luxemburgischen Neutralität im Großherzogtum ein und hielt es bis zum Ende des Kriegs besetzt. 1919 geriet Luxemburg in eine Verfassungskrise. Die Großherzogin Marie-Adélaïde dankte zugunsten ihrer Schwester Charlotte ab, die später in einem Referendum zur Beibehaltung der Monarchie mit knapper Mehrheit bestätigt wurde. 1940 flieht sie mit der Regierung nach der erneuten Besetzung Luxemburgs durch Deutschland ins Londoner Exil. Der südliche Teil des Landes wurde im September 1944 befreit, während der restliche Teil durch die deutsche Ardennenoffensive des darauffolgenden Winters stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Der Weg ins 21. Jahrhundert

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Luxemburg seine strikte Neutralität aufgegeben und sich aktiv auf internationaler Ebene betätigt. Unter anderem ist es Gründungsmitglied der Vereinten Nationen, des Nordatlantik-Pakts (NATO), des Europarats und der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Die Öffnung nach außen geht einher mit der wirtschaftlichen Entwicklung, die das Großherzogtum seit den 70er Jahren aufgrund seiner Gesetzgebung zu einem der führenden Finanzplätze der Welt gemacht hat. Die hohen Immigrationszahlen der letzten Jahre haben zu einem stetigen Bevölkerungszuwachs und einer multikulturellen Gesellschaft geführt.

Nationalarchiv:
www.anlux.lu

Nationalbibliothek:
www.bnl.lu

Freunde der Festungsgeschichte Luxemburg
www.ffgl.lu